Das erste Mal im Stadion – Blau-Gelb ist nicht immer Eintracht

So, nun ist es soweit. Schon länger hatte ich vor einen eigenen Beitrag zur Blogparade „Das erste Mal im Stadion“ von elfgegenelf.de zu schreiben – jetzt hab ichs endlich geschafft. Hier findet ihr den Aufruf & die Übersicht der bisherigen Beiträge!

Stadion 1
Südkurve im Eintracht-Stadion

Wann genau ich das erste Mal das Stadion der Braunschweiger Eintracht betreten habe, weiß ich gar nicht mehr so genau – irgendwann zwischen 1996 und 1998 muss es gewesen sein. In Anbetracht dessen, dass ich an das Spiel eigentlich keine Erinnerungen mehr habe und die Ergebnisse der Partien zwischen meiner Eintracht und dem damaligen Gegner TuS Celle in diesem Zeitraum ein 4:1, ein 7:1 und ein 1:0 waren, tippe ich eher auf letzteres Spiel aus dem Jahr 1998.

Fan der Eintracht war ich damals noch nicht wirklich. Da in meiner Familie sonst niemand der Eintracht zugewandt war, gab es keine familiäre Weitergabe der Leidenschaft und auch in Zeitung und Fernsehen spielte die damalige Regionalliga Nord (heute 3. Liga) noch keine wirklich große Rolle. Fußball spielte ich also entweder selbst – oder verfolgte die Bundesliga und drückte jenen Mannschaften die Daumen, bei denen ich entweder Spieler oder Wappen super fand. Zur damaligen Zeit waren das also Bayern München (Mario Basler / Jürgen Klinsmann), Borussia Dortmund (Steffen Freund / Stefan Reuter) & Dynamo Dresden (Wappen) – und keine Sorge: heute bin ich alles andere als ein Fan von Mario Basler…

Trotz dieser, eigentlich widrigen Umstände – irgendwie lockte mich die heimische Eintracht damals, im Alter von ca. 10 Jahren, dennoch ins Stadion. Angefixt von den Bildern aus dem Fernsehen wollte ich all das einmal selbst erleben – bei mir in der Stadt. So kam es also, dass ich am besagten Tag mit meinem (fußballuninteressierten) Vater das Stadion betrat und wir beide kaum etwas über die Truppe wussten, die da gleich auf dem Feld stehen würde. Noch weniger wussten wir über den Gegner aus Celle – nicht einmal die Vereinsfarben von den heute nahezu unbekannten Kickern aus der Nachbarstadt kannten wir

Stadion 2
Eintracht-Stadion Außenansicht

Auf der Tribüne angekommen holte ich meinen Edding aus der Tasche und wartete auf die ersten Spieler, die meinen neuen blau-gelben Schal mit einem Autogramm verzieren sollten. Es dauerte nicht lange, da stand der erste blau-gelbe Kicker an der Bande bereit und wärmte sich auf. Aufgeregt wie selten eilte ich die Stufen der Tribüne hinab, bat den Spieler um seine Unterschrift auf meinem Schal – seine Reaktion erstaunte mich: Zwar erhielt ich kein „Nein“, dafür aber einen ganz eigenartigen Blick: Verwirrung pur! Weshalb, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht denken.

Glücklich und stolz lief ich die Tribüne hinauf und setze mich neben meinen Vater – natürlich berichtete ich ihm von der Begegnung und dem verwirrten Blick des Spielers. Auch er konnte sich noch keinen Reim darauf machen. Die Antwort sollten wir allerdings wenige Augenblicke später erhalten:

Nachdem der Spieler seine Aufwärmübungen beendet hatte, drehte er sich mit dem Rücken zur Tribüne. Während ich mir erhoffte, er würde vielleicht die Trainingsjacke ausziehen, damit ich seinen Namen auf dem Trikot erkennen konnte, laß ich plötzlich etwas anderes. Auf der blau-gelben Trainingsjacke stand nicht – wie ich es erwartet hatte –  „Eintracht Braunschweig“, sondern „TuS Celle“! Nach kurzer eigener Verwirrung begriff ich nun, weshalb der gute Mann etwas verwirrt war, als ich ihn um ein Autogramm bat – er war gar keiner „von uns“ und hatte – anders als ich – genau das bereits bei unserer Begegnung gemerkt.

Den Schal gibt es heute leider nicht mehr – ich habe ihn Jahre später bei den Aufstiegsfeierlichkeiten in der Stadt verloren. Die Geschichte bleibt jedoch und wird mich immer daran erinnern, wie ich das erste Mal den Tempel in Braunschweig betrat – jenen Ort, an dem ich in den vielen Jahren danach viele ganz besondere, schöne wie traurige Momente erlebt habe und welcher heute eine ganz besondere Bedeutung für mich hat.

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