Dortmund: Neonazis mit Fackeln vor Asylbewerberunterkunft

Symbolbild - Joachim S. Müller - Fackel - CC BY-NC-SA 2.0
Symbolbild – flickr.com – Joachim S. Müller – Fackel – CC BY-NC-SA 2.0

In der vergangenen Nacht versammelten sich in Dortmund bis zu 40 Neonazis vor der Asylbewerberunterkunft in Eving. Mit brennenden Fackeln bewaffnet skandierten sie rechte Parolen. „Als wir an dem Heim ankamen, war keiner mehr da. Nur ein paar Fackeln lagen noch auf der Straße und dem Gehweg“, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen. Dennoch konnten die Beamten im Umfeld der Unterkunft 13 Neonazis verhaften. Sie erwarten nun Anzeigen wegen Landfriedensbruch sowie der Durchführung einer unangemeldeten Demonstration. Darüber hinaus wurden binnen kurzer Zeit rund 200 Beamte aktiviert, die an der Aufklärung des Falls arbeiten. Bisher wurden neben den vorgefundenen Fackeln auch Mobiltelefone und Kleidungsstücke beschlagnahmt (Radio 91.2).

Fiktive Todesanzeigen, Sitze im Stadtrat & nationale Bürgerwehr

Vorfälle dieser Art sind in Dortmund kein neues Phänomen. Schon seit längerer Zeit wächst das Selbstvertrauen der Dortmunder Rechten zunehmend. Nicht nur ihr Angriff auf das Rathaus am Wahlabend der Kommunalwahl im Mai 2014 sowie die Ankündigung einer nationalen Bürgerwehr kurze Zeit später machen dies deutlich (siehe hier). In gewisser Regelmäßigkeit treten die Neonazis in Dortmund seit jeher aggressiv und radikal in der Öffentlichkeit auf. Erst vor wenigen Tagen erhielten einige Journalisten und aktive Neonazi-Gegner fiktive Todesanzeigen (Zeit). Unterzeichnet waren diese vom „Nationalen Widerstand Dortmund“; einer Organisation, die Innenminister Ralf Jäger (SPD) 2012 verboten hatte und dessen Mitglieder darauf hin den Landesverband der Partei „Die Rechte“ gründeten.

Neonazis enttarnen

Aufgrund all dieser und weiterer, nicht genannter Vorfälle ist es wichtig, den Neonazis in Dortmund und überall anders aktiv und engagiert entgegen zu treten. Aufzuklären, was hinter ihren Parolen steht; sie als das entlarven, was sie sind: Menschenfeindliche Rassisten. Darüber hinaus benötigt es eine engagierte Bevölkerung, die Gruppen und Parteien wie „Die Rechte“ nicht die Chance geben, sich immer wieder selbst zu stärken. Ein probates Mittel dafür ist schwer zu finden und auch ich habe es nicht, doch muss die Suche danach sowie die Arbeit daran dauerhaft weitergehen. Erfreulich ist auf jeden Fall, dass einer der bedrohten Journalisten in einem Interview deutlich macht, sich durch solche Einschüchterungsversuche nicht von seiner aufklärerischen und engagierten Arbeit abhalten zu lassen.

In diesem Sinne: Kein Fußbreit den Faschisten!

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4 Gedanken zu „Dortmund: Neonazis mit Fackeln vor Asylbewerberunterkunft

  1. Dazu muss aber auch die Vogel-Strauß-Politik und das Unter-den-Teppich-kehren und Gerne-Wegschauen unserer Volks(ver)treter sowie der Bundesbehörden aufhören! So lange bei Verbrechen Spuren, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund verweisen, nur höchst ungern nachgegangen wird, bzw. sogar krampfhaft versucht wird, diese zu verwischen (siehe Oktoberfest-Anschlag und die NSU-Mordserie), sehe ich in punkto Aufklären und Enttarnen eher schwarz…

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    1. Das stimmt. Da hast du Recht. In Dortmund wird bei diesen Vorfällen inzwischen sicherlich auch intensiver hinterfragt und gearbeitet als früher. Zumindest ist dies mein Gefühl, angesichts einer 200-Mann-Gruppe, die direkt zusammengestellt wurde sowie der Festnahme von 13 Personen. Wenn ich mir überlege, dass anderswo die Polizei entweder gar nicht kommt oder eher tatenlos ist, finde ich das Vorgehen der Dortmunder Behörden bei diesem Fall zumindest schon mal positiv.

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