PEGIDA und NoPEGIDA-Demos in Zahlen!

Am vergangenen Montag, dem 12.01.2015, kam es in ganz Deutschland zu diversen Demonstrationen von und gegen PEGIDA bzw. den jeweiligen Ablegern (Legida, Kagida usw.). Während die PEGIDA-Demos in den meisten Städten nur wenige hundert Menschen anzogen, versammelten sich bei den Veranstaltungen und Demonstrationen gegen PEGIDA und für Toleranz, Offenheit und Demokratie fast überall mehr als 1 000 Menschen. Da die große Zahl an Demos nur schwer zu überblicken ist und bei vielen Darstellungen einige Demos fehlen, möchte ich euch an dieser Stelle einen (hoffentlich kompletten) Überblick über die Gesamtheit der Demos und die Masse der Menschen, die sich dort versammelten, geben. Neben der schriftlichen Darstellung der Zahlen, unterhalb der Karte, habe ich die Daten darüber hinaus auch in einer interaktiven Grafik zusammengefasst.


Interaktive Demo-Übersicht

Ein Klick auf die Markierungen verrät euch die Teilnehmerzahlen der jeweiligen Demos.

Grün = NoPegida > PEGIDA II Rot = NoPEGIDA < PEGIDA II Blau = Demos f. Demokratie und Toleranz


Die PEGIDA-Hochburg Sachsen

Die Zahlen der PEGIDA-Teilnehmer in den einzelnen Städten machen deutlich, dass Sachsen aktuell eindeutig die PEGIDA-Hochburg in Deutschland ist. In Dresden versammelten sich am Montag 25 000 Menschen zur größten PEGIDA-Demo in Deutschland. Der Leipziger Ableger LeGIDA stellte zeitgleich die zweitgrößte Demo auf die Beine (4 800 Teilnehmer). Die Organisatoren sind mit diesen sächischen Zahlen sicher sehr zufrieden. Im Rest der Republik sieht die Lage jedoch deutlich anders aus. In keiner Stadt knackte man die 1.000-Marke. Während in München (800) und Suhl (650) die Zahl der Teilnehmer noch über 500 lag, schaffte man es in den übrigen Städten Berlin (400), Düsseldorf (350), Saarbrücken, Stralsund (jeweils 300), Kassel (230), Schwerin (200), Hannover (150) sowie Villingen-Schwenningen (100) lediglich nur wenige hundert Menschen zu mobilisieren. Für eine Bewegung, die meint, „das Volk“ zu sein, eine sehr maue Darbietung.

Zehntausende für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

Ein ganz anderes Bild zeigte sich hingegen auf der Seite der Protest-Demos und Zusammenkünfte für oben genannte Werte (welches oftmals im Rahmen einer Demo geschah). Dort kamen fast überall mehr als tausend Menschen zusammen. Die größte Demonstration dieser Art fand in Leipzig statt, wo sich 35 000 Menschen gegen LeGIDA stellten und zeigten, dass Sachsen zwar eine Hochburg von PEGIDA sein mag, jedoch auch dort die Mehrheit für freiheitliche Werte steht. In der zweiten sächsischen Stadt Dresden versammelten sich rund 5 000 Menschen um gegen PEGIDA zu demonstrieren; die einzige Stadt, in der PEGIDA-Demonstranten in der Überzahl waren. Überall anders kamen zu den Gegendemonstrationen weitaus mehr Teilnehmer als zu den PEGIDA-Demos. Wie in Leipzig, schafften es auch die Organisatoren in München (20 000) und Hannover (19 000) eine fünfstellige Teilnehmerzahl zu verzeichnen.

Die übrigen Demos sind jedoch nicht zu vergessen. Dank der vielen tausend Menschen in Saarbrücken (9 000), Düsseldorf (5 000), Hamburg, Berlin (jeweils 4 000), Heidelberg (2 800), Rostock (2 000), Mainz (1 500), Würzburg (1 200), Schwerin, Villingen-Schwenningen, Landau (jeweils 1 000), Suhl (750), Kassel (500) sowie Stralsund (400) versammelten sich am vergangenen Montag insgesamt über 110 000 Menschen in Deutschland für demokratische, freiheitliche und weltoffene Werte. Bedenkt man einmal, wie demonstrationsfaul wir Deutschen oftmals sind, ist diese große Masse sehr beeindruckend. Der Vergleich, mit der Gesamtzahl der PEGIDA-Demonstranten unterstreicht dies nochmals.

Persönlich finde ich es wirklich schön, zu sehen, dass in Deutschland viele Menschen bereit sind, sich gegen PEGIDA auszusprechen, dafür auf die Straße zu gehen. Gleichzeitig finde ich es dennoch beunruhigend, wie viele Menschen sich hinter PEGIDA versammeln. Auch wenn es oftmals nur wenige hundert waren, die Organisatoren sich sicherlich dunkelbraun geärgert haben, sind auch diese „paar hundert“ zu viele. Doch bin ich mir sicher, dass die großen Gegenproteste ihre Wirkung zeigen werden, zumindest dort, wo die Masse noch nicht so geeint und gefestigt wie in Dresden ist. Was mich aber unabhängig von alledem besonders freut, ist, dass PEGIDA es nun schwarz auf weiß hat: Sie können noch 1000 Mal „Wir sind das Volk“ rufen, sich als „das Volk“ fühlen und sich auch öffentlich so bezeichnen, doch müssen sie spätestens jetzt erkennen und einsehen, dass sie niemals „das Volk“ sein werden!

Quellen zu Teilnehmerzahlen: br, OZ, ffh, SZ, SWR, mdr

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2 Gedanken zu „PEGIDA und NoPEGIDA-Demos in Zahlen!

  1. Auch wenn der Zulauf zu Pegida & Co. nach außen hin schwinden wird, untergründig wird sich nichts ändern, und sich das ausländerfeindliche, politisch rechts orientierte Denken, Handeln und Sprechen weiter verbreiten. Leider, leider, leider…

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    1. Dem stimme ich voll zu. Allerdings geben Demos wie gestern in Freiburg Grund zur Hoffnung. Die Teilnehmerzahlen übertrafen alle Schätzung bei weitem – und dass ohne offizielle Beteiligung von Parteien und anderen Organisationen.

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