„Lügenpresse“ ist Unwort des Jahres!

Das Unwort des Jahres 2014 ist „Lügenpresse“. Dies gab die Jury, welcher die Professorin für germanistische Linguistik Nina Janich vorsteht, in Darmstadt bekannt. Ebenfalls gerügt wurden die Begriffe „Putinversteher“ und „erweiterte Verhöhrmethoden“. Ziel dieser Kritik sowie der Benennung eines Unwortes des Jahres ist, die Sprachsensibilität sowie das Sprachbewusstsein zu erhöhen und die Menschen anzuleiten, die gewählten Worte auch einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Vergeben wird dieser „Titel“ seit 1991.

Begrüdung der Jury

Obwohl beispielsweise die Wörter „Putinversteher / Russland-Versteher“, „PEGIDA„, „tierische Veredelung / Veredelungsindustrie“ oder auch „Sozial Freezing“ häufiger eingesendet und vorgeschlagen wurde, entschied sich die Jury bewusst für das Wort „Lügenpresse“. Besonders der historische Kontext war hierbei ausschlaggebend, wie aus der Pressemitteilung der Jury hervorgeht:

„Das Wort „Lügenpresse“ war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien. […] Dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse steht, auch wahr ist, steht außer Zweifel. Mit dem Ausdruck „Lügenpresse“ aber werden Medien pauschal diffamiert, weil sich die große Mehrheit ihrer Vertreter bemüht, der gezielt geschürten Angst vor einer vermeintlichen „Islamisierung des Abendlandes“ eine sachliche Darstellung gesellschaftspolitischer Themen und differenzierte Sichtweisen entgegenzusetzen.“
Weiter schreiben die Juroren, dass die Begrifflichkeit „Lügenpresse“ in ihrer vielfältigen Verwendung und ursprünglichen Bedeutung eine Gefahr für die Pressefreiheit darstellt. Diesem Urteil, sowie auch den übrigen Begründungen für die Auswahl des Unworts sowie seiner beiden „Stellvertreter“ kann ich, ohne weitere Kommentare, komplett zustimmen und heiße die Wahl des Unwortes 2014 für genau die richtige Entscheidung!
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4 Gedanken zu „„Lügenpresse“ ist Unwort des Jahres!

  1. Auch wenn dieses Unwort eine sehr dunkle Vergangenheit hat, es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass viele Print- und andere Medien sich nicht grade die Verbreitung der Wahrheit auf die Fahnen geschrieben haben, wie ich heute wieder einmal mit Grausen feststellen musste.

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