PEGIDA: Rechte Proteste mit politischer Unterstützung

Politisch ist Sachsen schon immer ein besonderes und eigenes Bundesland im wiedervereinigten Deutschland gewesen. Seit dem Mauerfall von der CDU regiert, gibt es in Sachsen je her eine stärkere Zustimmung zu rechten Meinungen und Aussagen als anderswo. Die NPD war dort bis zur vergangenen Landtagswahl zwei Perioden in Folge im Landtag vertreten. Nachdem durch jahrelange massive Gegenproteste, welche von der sächsischen Polizei und Landesregierung immer wieder kriminalisiert wurden, das Ende des größten Neonazi-Aufmarsch in Deutschland und zeitweise auch Europa eingeläutet wurde, bilden sich nun neue Proteste in der Landeshauptstadt Dresden, die zwar nicht von der extrem-rechten Szene organisiert und geführt sind, es jedoch unter den Teilnehmern durchaus Überschneidungen zu finden gibt. Neben Personen aus dem Umfeld der NPD gibt es auch parteilose Rechte, die diese Proteste besuchen und versuchen sie weiter zu radikalisieren. Darüber hinaus unterscheiden sich die, nun hinter einem rhetorisch feinem Vorhang versteckten, hetzerischen und fremdenfeindlichen Parolen nur sehr gering von den Meinungen der extremen Rechten. Auch der Name weist deutlich darauf hin, in welche Richtung die Inhalte der Bewegung gehen: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands (PEGIDA)

PEGIDA

Der Zuspruch ist erschreckend groß. Starteten die Organisatoren in der ersten Woche noch mit eher überschaubarem Teilnehmerfeld, versammelten sich kürzlich rund 6000 Menschen um unter dem stolz und anmutig klingenden Motto unverhohlen gegen Flüchtlinge, Islam und demokratische Parteien zu wettern. Auch hierbei wird stets versucht, die Ausdrucksweise mit einem freundlich und offenen Gewand zu verkleiden, wobei dies nur bedingt erfolgreich ist. Wie auf dem angefügten Video vom 03.11.2014 zu hören ist, wird nach einer allumfassenden Politiker-Schelte zur Bewahrung der deutschen Identität aufgerufen.

Weiter fordert der Redner unter großem Beifall strikte Kontrollen an den europäischen Außengrenzen und einen härteren Umgang mit straffälligen Flüchtlingen. Am Ende folgt eine „Schweigeminute“, welche durch leuchtende Handys eine „besondere Atmosphäre“ erhalten soll. In einem zweiten Video von diesem Montag widerspricht der Redner den Vorwürfen der Ausländerfeindlichkeit und bringt als Beleg die steigende Zahl der nicht-deutschen Teilnehmer an. Er scheint zu verdrängen, dass jemand, der auf Vorurteilen basierende Ängste schürt, sich gegen „Wirtschaftsflüchtlinge“ ausspricht und über den Verfall der deutschen Identität schwafelt rassistische Positionen und rechte Meinungen vertritt, ganz unabhängig davon ob im Teilnehmerfeld nicht-deutsche Menschen sind oder nicht. Auch die Forderung nach einer strikten Durchführung des Dublin-Verordnung zur leichteren Abschiebung von Flüchtlingen zeigt, wohin die Reise von PEGIDA gehen soll. Es sind diese Risse im sauberen Gewand, die eigentlich jedem Menschen deutlich machen sollte, dass hinter „netten“ Worten eigentlich rechte Inhalte stecken. Dennoch steigt die Zahl der Teilnehmer von Woche zu Woche und auch in anderen Städten formieren sich derzeit immer neue Gruppen, die zu Protesten unter gleichem Motto aufrufen. Sollten sich diese Versuche der bundesweiten Proteste als erfolgreich erweisen, wird sich Deutschland möglicherweise auf eine neue Größenordnung der Demonstrationen gegen Islam und Flüchtlinge gefasst machen müssen. Doch auch unabhängig vom Erfolg andernorts; die aktuellen Aufmärsche in Dresden sind auch die Folge fehlgeleiteter Politik. Diese hat trotz zunehmender kleiner Protestaktionen in allen deutschen Regionen oftmals zugeschaut, das Problem verdrängt und ihre Rhetorik schlimmstenfalls an die Forderungen und Meinungen der Protestbewegungen angepasst bzw. ihnen Aufwind gegeben. Aktuell geschieht genau dies auch in Dresden; kein Wunder also, dass sich die Zahl der Demonstranten laufend erhöht.

Wer steht hinter PEGIDA?

Wer genau die Personen hinter PEGIDA sind ist schwer zu sagen. Beim Hauptredner handelt es sich um Lutz Bachmann. Viel mehr kann man im Internet über ihn jedoch kaum finden. Organisiert wurden die ersten Proteste über Facebook. Hierbei taucht dann auch der Name Rico Walther auf, welcher sich scheinbar große Sympathien für die AfD hat. Besonders zwischen den Demonstranten und dieser Partei scheint es die größten Überschneidungen zu geben. Wie die AfD sich zum Thema Flüchtlinge, Migration und Islam positionieren ist bekannt. Nun gründeten die Organisatoren eine Blog-Page, auf der sich eine erste Vernetzung vollzieht. Langfristig werden sich daher die Strukturen ausweiten und die Gefahr steigt, dass auch die extreme rechte Szene stärkeren Einzug in die organisatorischen Ebene erhält. Dass sich Personen dieser Szene bereits in der Anhängerschaft von PEGIDA finden, zeigt ein Bericht von Exakt über die Bewegung, in welchem auch ein weiterer Organisator zu Wort kommt.

Die genannten Kommentare machen deutlich, wie radikal und gewaltbereit auch die Teilnehmer dieser angeblich friedlichen und, wie auf dem Logo deutlich gemacht, den Neonazis fernen Demonstration. Verwunderlich ist dies nicht, wenn man einmal auf die Kommentarspalten der sozialen Netzwerke schaut. Auf diversen Seiten, egal ob von rechten und rechtspopulistischen Parteien, der BILD oder aber Fanseiten von rechtsoffenen und rechtsextremen Protestbewegungen finden sich Kommentare, die abscheulicher nicht sein könnten. Aufrufe zur Gewalt, offener Rassismus, Beleidigungen übelster Art und weitere Hetze sind fester Bestandteil der Diskussion. Die Personen hinter diesen 6000 Menschen sind zumindest keine bekannten Gesichter der rechten Szene und geben sich auch im Internet eher zurückhaltend. Dennoch ist eine große Nähe zu rassistischen und populistischen Inhalten erkennbar, allein aufgrund der Verbindung zur AfD sowie die Rhetorik auf den Demonstrationen. Diese Art der Diskussionsführung ist in Deutschland inzwischen jedoch „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen, so dass es kau ein Wunder ist, dass sich inzwischen 6000 Menschen zu einer Demonstration gegen Flüchtlinge und Islam einfinden.

Mediale Berichterstattung und Fehler der Politik

Nein, ein Wunder ist es wirklich nicht; dafür aber tragisch und erschreckend. Dennoch, es war eine absehbare Folge der aktuellen Entwicklungen. Die Zahlen der Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte stieg stetig an, die öffentliche Debatte wurde immer stärker von Vorurteilen, besonders gegenüber so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“, angeheizt, die Politik stimmte mit Parolen wie „Wer betrügt, der fliegt“ oder aber „Asylbetrügern“ in den rechten Chor mit ein und die Tatenlosigkeit aller politischen Ebenen in diversen Regionen der Republik ließen das unnötige Problem der fehlenden Unterkünfte entstehen. Teile der Medienbranche, wie bspw. die BILD, tun ihr Bestes um aus diesen Fehlern der Regierung hinterher Kritikpunkte bei den Flüchtlingen zu machen und die Hetze voran zu treiben. Auch andere Medien hatten darüber hinaus in den vergangenen Wochen immer wieder mal kritische Betrachtungen in ihren Ausgaben, welche in seriöserem Rahmen als die BILD, inhaltlich jedoch mit gleicher Ausrichtung ebenfalls gegen Flüchtlinge mobil machten bzw. vor einer zu hohen Flüchtlingszahl warnten oder aber aus angeblich humanistischen Gründen eine stärkere Abweisung von Flüchtlingen forderten. Angesichts dieser Entwicklungen sowie der aktuellen großen Proteste in Dresden sollte man meinen, dass die Politik sich nun über die Problematik im Klaren ist. Diese Annahme bleibt jedoch eine Hoffnung. Wie eingangs bereits kurz angesprochen zeigt sich in Dresden als sächsische Landeshauptstadt aktuell ein politisches Trauerspiel.

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Das Innenministerium von Sachsen

Markus Ulbig, aktueller sächsischer Innenminister und nach seinem Wunsch ab Mitte nächsten Jahres Dresdener Oberbürgermeister, kündigte Anfang der Woche an eine Sonderheit der Polizei einzurichten, welche für kriminelle Asylbewerber zuständig sein soll. Gleichzeitig äußerte er Verständnis für die PEGIDA-Demoonstrationen und kritisierte die Gegenproteste. Er griff damit eher direkt als indirekt die Forderungen der PEGIDA-Demos auf und sprach ihnen sein Verständnis aus. Moralisch öffnet er damit einer Vielzahl an CDU-Wählern die Tür zur PEGIDA-Demo und dürfte damit für viel Zulauf am kommenden Montag sorgen. Gleichzeitig hat er sich bei dem ein oder anderen Demo-Teilnehmer sicherlich als „guter Politiker mit deutscher Identität“ im Gedächtnis festgesetzt. Positiv für Ulbig kann dies spätestens im Juni 2015 sein; wenn Dresden den neuen Oberbürgermeister wählt. Es ist also nicht nur populistischer Aktionismus, den Ulbig betreibt, sondern darüber hinaus auch Wahlkampf übelster Art und Weise, da er auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen wird. Die Wirkung seiner Handlung ist für Flüchtlinge schlimm; der durchschnittliche Deutsche unterscheidet in seiner Beurteilung eines Flüchtlings nicht zwischen „kriminellen Einzelfall“ und „friedlicher Masse“. Für ihn ist jeder Flüchtling eine potentielle Gefahr; im eigenen Umfeld sind sie unerwünscht. Gleichzeitig wirkt diese Einrichtung der Sonderheit und die damit verbundene positive Resonanz auf die PEGIDA-Proteste auch auf alle Muslime in Deutschland, da auch der Islam eine Zielscheibe der Proteste ist. Zwar beruft man sich auch hier auf die radikalen Bereiche, die man verurteilt, doch kann „Islam“ und „deutsche Identität“ nach der PEGIDA-Auffassung nicht vereint werden. Ein weiterer Widerspruch in einer langen Reihe von offener Ablehnung gegenüber allem, was nicht der deutschen Tradition entwachsen ist. Doch betritt Ulbig mit dieser Art des Wahlkampfs kein Neuland für die CDU. Roland Koch aber auch die NRW-CDU haben bereits vor ihm Akzeptanz für solch unwürdiges Vorgehen als Wahlkampftaktik geschaffen, so dass sich Ulbig sicherlich keiner großen Kritik durch die eigene Partei ausgesetzt sehen wird.

Wie lang ist der rechte Weg?

Die PEGIDA-Bewegung freut sich über solche Worte. Angetrieben davon, wie besonders auch von den zunehmenden Zahlen in Dresden bilden sich aktuell immer neue Protestgruppen in anderen Städten. Auch ein Ende der steigenden Zahlen in Dresden selbst ist nicht absehbar. Die HoGeSa-Bewegung könnte sich als Vorbote einer noch größeren, dauerhafteren Art des Protestes erweisen. Sie waren die Türöffner, die erste Reihe, die harten Jungs, die den weniger radikalen Köpfen gezeigt haben, wie einfach es ist, tausende Menschen mit einfachen Parolen zu mobilisieren. Da von der Gegenseite, mit Ausnahme linker Gruppen, Organisationen und Parteien, wenig Gegenprotest vorzufinden ist, die öffentliche Diskussion immer wieder auf parteipolitischer Ebene, statt auf themenorientierter und lösungssuchender Basis geführt wird und daher in vielen Köpfen Unverständnis und Politikverdrossenheit gedeiht, wächst nun die unbegründete Angst vor zunehmenden Flüchtlingszahlen sowie der nationale Egoismus auf ein neues Niveau.

10328208435_3200626ea4_nEs kann nur gemeinschaftlich, damit meine ich die Politik, die Gesellschaft und die Medien, geschafft werden, die zunehmende Ablehnung aufzuhalten. Alle müssen deutlich machen, dass Flüchtlinge keine Gefahr sind, ohne dabei vorrangig auf die eigenen Interessen zu schauen. Gleichzeitig muss sich besonders die Politik rechts der SPD einmal hinterfragen und die Rhetorik auf eine andere Ebene fahren. Statt angstmachender Reden über kriminelle und teure Flüchtlinge müssen sich diese Menschen auf die Werte der Demokratie, der Menschenrechte und der Bundesrepublik Deutschland besinnen. Das Asylrecht ist ein unveräußerliches Grundrecht, das jedem Menschen offen steht, der in seiner Heimat verfolgt, bedroht oder in anderer Art und Weise gefährdet wird. Dies gilt auch für all jene, die aufgrund des westlichen Luxus eines würdigen Lebens beraubt werden. „Wirtschaftsflüchtlinge“ sind die Opfer unseres Wohlstands; wir haben die Verpflichtung ihnen zu helfen! Besonders wichtig ist jedoch auch, dass Politik wie Gesellschaft versteht, dass vorhandene Kriminalität bei Flüchtlingen nicht eine Folge ihrer Herkunft ist, sondern das Resultat unwürdiger Lebensumstände ist. Wer sich einmal damit befasst, wie das Leben eines Asylbewerbers in Deutschland aussieht und sich im Klaren darüber ist, dass dieser Mensch nach Deutschland kommt, da er sich hier ein Leben in Sicherheit erhofft, wird begreifen, dass sich unter Geldmangel, Arbeitsverbot, Residenzpflicht und geringen Chancen zur Integration die würdige Lebensführung als schwierig herausstellt. Kriminalität ist dann der Versuch, sich ein Leben in menschenwürdiger Art und Weise zu ermöglichen. Viele, die aktuell in Dresden auf der Straße stehen, haben kein Bild von den Umständen eines Flüchtlings und würden unter solchen Zuständen vermutlich nach spätestens einer Nacht alles dafür tun, nicht nochmal in einer heruntergekommenen Unterkunft schlafen zu müssen. Doch soweit denkt man in Dresden und an vielen anderen Orten Deutschlands nichts.

Kein Mensch ist illegal!

Aufklärung ist die Lösung; und so müssen wir dafür sorgen, dass mehr Menschen begreifen, dass Flüchtlinge keine Gefahr, keine Last sind, sondern hilfesuchende Menschen, die in Deutschland oftmals unter unglaublichen Zuständen leiden müssen und deren Recht es ist, Sicherheit und Unterstützung zu erfahren. Ihnen zu helfen, ist unsere Pflicht. Ebenso wie die Verhinderung einer Neuauflage der Taten aus den 80er / 90er Jahren. Die Geschichtsbücher sind voll genug mit Kapiteln über rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Gewalt auf deutschem Boden. Ich weiß, dass der Weg den wir gehen, lang und steinig ist, aber er ist lohnenswert und zahlt sich aus. Irgendwann werden wir es schaffen, dass Deutschland statt „Wer betrügt, der fliegt“ und „Asylanten Raus“ die neue Marschrichtung „Refugees Welcome“ an den Tag legt. Es ist der Moment, an dem sich das Bild Deutschlands wandelt und die Menschen, statt Hetze und Populismus nachzulaufen, sich der Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft verschreiben. Dafür zu kämpfen, ist unsere Verantwortung und Pflicht. Begonnen haben wir bereits, doch dürfen wir nie aufgeben, denn Rassisten und Fremdenfeinde stehen bereit, dürfen jedoch nicht nochmals so stark werden, dass sie Deutschland in Angst und Schrecken versetzen! In diesem Sinne kann unser Motto auch weiterhin nur lauten: Kein Mensch ist illegal! Weiter gehts!

Bildquellen: Titelbild / Bild 2 (Daniel Müller – 026_16102013) // Bild 1 (carnifex82 – Innenministerium photoshopped) // Lizenz-Link

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15 Gedanken zu „PEGIDA: Rechte Proteste mit politischer Unterstützung

  1. Der Spruch „kein Mensch ist illegal“ ist genau so sinnvoll wie seinerzeit der Grünen – Solgan „Aromkraft nein Danke – Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose “ Wir sind wirklich keine Rassisten – aber müssen sich alle Flüchtlinge dieser Welt hier ausbreiten ? Unsere Straßen sind eine Kathastrophe, Sportplätze, Sportanlagen, Spielplätze und Gemeindehäuser verrotten, weil die Gemeinden kein Geld dafür haben, daß muß ja alles für die “ Refugees“ verbraten werden ! Das Ende der Fahnen stange ist erreicht ! Niemand hat etwas gegen wirkliche Asylanten die politisch oder religiös verfolgt werden – aber Wirtschaftsflüchtlinge und Leute die nur herkommen um Straftaten zu verüben – und das ist der Großteil dieser Leute – brauchen wir nicht ! Wenn die Politik da kein Einsehen hat, werden sich diese Demos über die ganze Republik ausdehnen und dann gibt es ein böses Erwachen aus dem Multikultitraum(a) !

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    1. Ich denke eine Diskussion erübrigt sich, wenn solche Worte Ihrerseits kommen. Besonders das „keine Rassisten – aber“ ist selbstredend. Sie haben sicher schon im Text festgestellt, dass ich für solche „Argumente“ nicht zugänglich bin.

      Für die Zukunft sollten Sie aber bedenken, dass Wirtschaftsflüchtlinge Menschen sind, die zu 99% aus Regionen kommen, in denen die westliche Welt, zu der bekanntermaßen auch Deutschland, Ihre und meine Heimat, gehört, die Verursacher und Förderer von Armut sind. Da hat es auch wenig damit zu tun, „dass wir ja eine neue Generation“ wären, denn unsere Generation ist zwar von der Kollonialisierung zeitlich weit entfernt, jedoch Motor einer anderen, einer wirtschaftlichen Form der Ausbeutung und Unterdrückung nicht-westlicher Länder. Die Flucht dieser Menschen ist deshalb die Folge unseres unbegrenzten Reichtums und Wachstums; und da es auch „im Kleinen“ so ist, dass der Verursacher eines Problems / Schadens / Missstands für die Folgen aufzukommen hat, ist es nichts anderes als unsere Pflicht, auch Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen. Ich empfehle Ihnen hier mal einen anderen Beitrag meines Blogs: https://weltanschauungblog.wordpress.com/2014/09/08/zitat-der-woche-zwei/

      Weiter frage ich mich wie Sie darauf kommen, dass „der Großteil dieser Leute“ in Deutschland Straftaten verüben? Sie sollten sich mal die Zeitungen durchlesen, denn dort wird immer wieder beschrieben, dass die Kriminalität in der Umgebung einer Flüchtlingsunterkunft nicht gestiegen ist. Keine Frage, es gibt auch kriminelle Flüchtlinge in Deutschland; aber es gibt auch kriminelle Deutsche in Deutschland. Mir persönlich wäre es egal, ob ein Deutscher oder ein Flüchtling mir auf die Nase haut. Kriminalität ist keine Folge der Herkunft, sondern der Lebensumstände. Es ist bekannt und sicherlich auch Ihnen bewusst, dass Kriminalität durch Armut, fehlende Zukunftschancen, fehlende Betreuung und Beschäftigung und weitere Ursachen entsteht. Die Antwort wäre daher, die Lebensbedingungen zu verbessern, die Integration dann zu beginnen, wenn die Menschen Deutschland erreichen, nicht erst, wenn fest steht, dass die Person bleiben darf. Dies macht sowieso aus mehreren Gründen Sinn. Einerseits verhindert es Ängste in der Bevölkerung, hält Vorurteile auf, schafft eine positive erste Erfahrung für die Flüchtlinge, verbindet Menschen und führt bisher überall dort, wo es so umgesetzt wird, zu positiver Resonanz auf beiden Seiten. Auf diese Weise spart es auch Kosten, da die Flüchtlinge durch schnellere Integration natürlich auch schneller die Sprache erlernen können, sich einbringen können und nach ihrer entgültigen Aufnahme in Deutschland, wenn sie dann arbeiten dürfen, auch einen Job zu finden. Auf der anderen Seite dient es auch der Bildung beider Seiten. Die „deutsche Kultur“ ist heute nichts anderes als eine Mischung aus diversen Kulturen der Welt (Essen, Musik, Tanz, Sport, Yoga, Feng Shui,…), was auch sehr gut und schön ist. Es gibt keinen Grund weshalb wir uns nicht auch weiterhin neuen Kulturen gegenüber offen zeigen sollten. Immer dort, wo sich die Gesellschaft stark ablehenend gezeigt hat, sind Probleme aufgetreten. Es liegt also in großem MAße daran, wie wir uns gegenüber der Flüchtlinge verhalten. Zeigen wir uns offen, wie gegenüber den Italienern und anderen Menschen aus Süd-Westeuropa, die als Arbeitskräfte nach Deutschland kamen und sich nach einigen Jahren auch staatlich gewollt intergrieren durften, wird es auch wenig PRobleme geben. Verschließen wir uns jedoch, wie wir es gegenüber Menschen aus muslimischen Ländern tun, wird es auch mit den Flüchtlingen Probleme geben. Das ist dann aber nicht die Schuld der Flüchtlinge, sondern geht auf die Tasche all derer, die meinen, ein Flüchtling habe kein Recht, kein Anspruch auf ein menschliches Leben in Deutschland. Zu diesen Menschen gehören auch all jene, die von „ich bin ja kein Nazi aber“ reden und denken, sie könnten sich mit einem beiläufigen Halbsatz von allem rassistischen und neonazistischen Anflügen befreien. Ich hoffe Sie denken über diese Worte nach und verinnerlichen, dass es unsere Pflicht ist, die wir mit Freude und Engagement wahrnehmen sollten und Flüchtlinge keine Last sind, sondern Menschen wie Sie und ich.

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      1. Dann erkläre dann bitte, warum es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Asylantenheimen kommt.
        Erklären Sie doch mal, wieso Hitler in der Arabisch/ Muslimischen Welt ein guter Mann war.
        Wieso dort ein abgrundtiefer Hass grundsätzlich gegen Juden besteht.
        Wo ist Ihr Protest gegen die brutale Beseitigung der Christen im Orien ?
        Wieso gehen die Verbreiter der vermeintlichen Friedensreligion brutalst gegeneinander los, wenn es denn schon keine anderen mehr gibt. etc.
        Reicht wohl für’s erste.

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      2. Ich möchte ehrlich gesagt nicht nochmals einen solch langen Kommentar wie zuvor schreiben, denn die dortigen Inhalte sind auch oft die Antwort auf die hier gestellten Fragen. Darüber hinaus bauen viele Fragen von Ihnen auf Vorurteilen auf. Zeigen Sie mir doch bitte erst einmal, wo überall es „immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen“ gekommen ist? Belegen Sie Ihre Aussage, dass „Hitler in der Arabisch / Muslimischen Welt ein guter Mann war.“ Sicherlich gibt es in dieser Region auch Menschen, die Hitler aufgrund des Antisemitismus „gut“ finden, doch handelt es sich dabei nicht um die „Arabisch / Muslimische Welt“, sondern um Staats-Repräsentanten und Teile der Bevölkerung, nicht um die Gesamtheit aller Menschen. Selbst in Israel leben Menschen mit muslimischen Glauben, was sie sicher nicht tun würden, wenn sie Juden „abgrundtief“ hassen würden. Darüber hinaus ist die geopolitische Lage sowie die Vergangenheit mit Krieg und Leid auf allen Seiten nicht so einfach zu beurteilen, wie Sie sich das vorstellen. Dort wo Krieg herrscht, ist Hass nicht mit „Weil die uns die Arbeitsplätze klauen“ zu begründen. Dort geht es um getötete Väter, Brüder, Mütter, Schwestern usw. Wir sollten dies alles zwar mit sehr kritischem Auge betrachten und den Antisemitismus dort genauso kritisieren, wie den Hass auf den Islam in Teilen der israelischen Bevölkerung, doch nicht versuchen aus hunderten Kilometer Entfernung die Lage in Hier und Dort einteilen und endgültig über Gut und Böse urteilen. Ich persönlich kann beide Seiten verstehen, denn wenn ein Mensch in dauerhaft unterschwellig vorhandener Kriegssituation groß wird, erlebt er ein anderes Leben als wir es tun.
        All die Punkte die Sie hier beschreiben und kritisieren, sind keine Alleinstellungsmerkmale des Islam, sondern überall auf der Welt, in jeder Religion und vermutlich auch jedem Staat der Welt zu finden. Sollte es Ihnen also wirklich darum gehen, gegen Antisemitismus vorzugehen, sollten Sie sich auch diesem Thema widmen. So scheint es, als würden Sie jedoch nicht das Judentum verteidigen wollen, sondern viel mehr den Islam schlecht machen. Dafür biete ich hier allerdings keine Basis, keinen Ort.

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      3. Alles schön und gut, und auch sehr tief angesetzt. Aber im Grundsatz nicht tief genug. Es geht ja um Die Meinung und die Rechte eines jeden Menschen gleichermaßen. Wenn nun die Mehrheit Europas für sich entscheidet für sich zu bleiben, darf man ihnen dann dieses Recht ab sprechen? Verstößt das nicht gegen den Grundsatz der Linksökologen? Klar ist, dasglobale System welches wir hegen und pflegen ist schuld an der Knappheit des einen und dem Überfluss des anderen. Es bringt überhaupt gar nichts dafür zu predigen hier jeden Menschen her zu schleusen auf zu nehmen und in einigen Fällen auch zu ertragen. Es gibt auch gar nicht mehr genug Arbeitsplätze um allen Menschen egal ob deutsch oder Zuwanderer überhaupt noch adäquat zu beschäftigen. MaMan tut den Menschen die hier her kommen keinen gefallen auf lange sicht Es muss sich entschieden etwas ändern. Es muss Schluss sein mit Zins und zinses Zins. SchlussSkurrile Militär Geldverschwendung und Schluss mit dem glauben, alles und jeder Mist muss 365 Tage im Jahr verfügbar sein. Wechselt vom Kapitalismus und vom Banken Faschismus. Geld wurde nicht erfunden damit der Mensch ihm dient sonder das Geld sollte dem Menschen dienen.

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      4. Erst einmal möchte ich klar stellen, dass PEGIDA nicht die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland repräsentiert. Selbst wenn es so wäre, müsse man dies nicht einfach hinnehmen. Nicht nur, dass es in einer Demokratie normal ist, sich einer demokratischen Diskussion zu stellen. Darüber hinaus sind die Ziele dieser Gruppe und weiteren ähnlichen Gruppen wie HoGeSa, anderen Ortsgruppen von PEGIDA (KAGIDA usw) und sonstigen rechten Gruppierungen nicht mit den Werten einer Demokratie vereinbar. Unser Grundgesetz schreibt eine Religionsfreiheit genauso wie das Asylrecht vor. Die Proteste richten sich gegen eben diese beiden Werte entschieden, so dass in einer wahren Demokratie solche Ziele nicht umsetzbar wären. Allein deshalb widerspricht sich Demokratie, PEGIDA und HoGeSa allein vom Grundsatz her.

        Sie meinen also, den Menschen ginge es anderswo, in ihrer Heimat, besser? Sie sollten sich, wie ihr Vorredner einmal mit Asylbewerbern und Flüchtlingen beschäftigen. Diese Menschen haben teilweise jahrelange Flucht hinter sich, waren in diversen Staaten, wo die weiter verfolgt oder unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten. Trotz der berechtigten Kritik an dem Finanzssystem, die Sie äußern, haben wir in Deutschland MEHR ALS GENUG Geld um diesen Menschen eine sichere Bleibe zu geben.

        Die Wut über die Politik ist berechtigt, doch darf man sie nicht auf die Flüchtlinge übertragen. Diese sind nicht Schuld an der Misere; sie sind genauso Opfer der Politik wie wir. Zusätzlich müssen Sie aber noch die Anfeindungen tausender Menschen erleben, die sie nicht im Land haben wollen. Flüchtlinge nehmen nicht „unser Geld“, die Politik, die Wirtschaft, die Banken, die nehmen „unser Geld“!

        Es gibt daher keinen Grund seine Unzufriedenheit mit der Politik auf Flüchtlinge zu übertragen! Der einzige Faktor, den man kritisieren könnte (aber nicht sollte) ist Kultur. Natürlich wird die „deutsche Kultur“ (die auch heute schon eine Multi-Kulti-Kultur ist) durch Menschen anderer Kulturen verändert. Wer aber daran eine Kritik übt und über diesen Faktor seinen Hass auf Flüchtlinge und Migranten begründet, der ist ein Neonazi, ein Rassist und hat im demokratischen Prozess nichts verloren. Genausowenig wie auf diesem Blog!

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  2. Danke für die Info – diese Truppe war mir bisher entgangen. Ich fürchte aber die Haltung „ich bin nicht rassistisch, aber…“ ist breiter Mainstream, v.a. in Gegenden, wo die Leute nur selten mit Flüchtlingen / Einwanderern zusammenkommen.

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    1. Gern. Es freut mich wenn der Beitrag dir weitergeholfen hat 🙂
      Jaa, eben das ist das Problem. Dort wo man „das Fremde“ nicht kennt, hat man Angst davor. In vielen Bereichen geht es allen Menschen so und das ist auch gut, jedoch gibt es in diesen Fällen auch einen berechtigten Grund. Beim Thema Flüchtlinge und Einwanderung ist dies jedoch nicht der Fall. Dies gilt es, den Menschen zu vermitteln und nahe zu bringen.

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