„Die Geschichte lehrt die Menschen…“ (Mahatma Gandhi)

Zitat der Woche I

Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

(Mahatma Gandhi)

Wieviel Wahrheit in diesem Zitat von Mahatma Gandhi steckt, zeigen die vergangenen Monate in besonderer Weise. Der Konflikt in der Ukraine ist in seiner Struktur nicht neuartig, sondern gleich mit vielen anderen Konflikten, in denen sich die großen Kräfte der Weltpolitik gemessen und sich schlimmstenfalls gegenseitig aufgestachelt haben, bis es zu kriegerischen Handlungen kam. Gleiches gilt für die Lage in Israel und Gaza, wo sich ein Problemherd in nahezu regelmäßigen Abständen neu erhitzt, da sich alle Beteiligten nicht auf friedliche Verhandlungen einigen können. Zu groß sind hier die nationalistischen Grundgedanken, machtstrategische Interessen und die Verdrängung vergangener Tragödien und Erfahrungen. Betroffen sind in allen Fällen vor allem jene, die an solchen Entwicklungen die geringste Schuld tragen: Zivilisten! Doch auch jene Handlungen, aus denen man sich abermals gutes versprach, wie beispielsweise die Waffenlieferungen in Konfliktregionen, haben sich in der Vergangenheit als gefährlich und sinnlos erwiesen. Die US-Amerikaner sollten es noch gut im Gedächtnis haben, denn gerade sie haben nicht erst einmal gegen die eigenen Waffen gekämpft, die man ursprünglich zur Verteidigung gegen us-amerikanische Feinde an damalige „Verbündete“ lieferte. Wer weiß denn wohin der Weg der nun gelieferten Waffen führen wird?! Der Glaube, man könne mit Waffen Frieden erzeugen, erwieß sich in der Vergangenheit oft genug als Irrtum. Dennoch, die Obersten der Weltpolitik folgen weiter diesem Glaube, vermutlich auch, um sich kurzzeitig die Finger reinzuwaschen und nicht als „böser Ignorant“ zu gelten oder aber wirtschaftliche Interessen zu vertreten. Besser wäre es jedoch, wenn man sich konstrukiv für friedliche Lösungen einsetzt, statt weiter Waffen in die Welt zu senden, die zwangsläufig, denn dafür wurden sie gebaut, den Tod von Menschen zur Folge haben.

Doch auch die Menschen, die Masse, die Gesellschaft scheinen / scheint aus der Vergangenheit nur bedingt zu lernen. Wie oft hat die Geschichte belegt, dass die Menschen, sofern sie ihre Stimme erheben, sich auf irgendeine Art und Weise friedlich und konstruktiv für Veränderungen einsetzen, auch Erfolge feiern können. Es müssen nicht einmal Revolutionen sein, aber auch Kampagnen, Petitionen, Demonstrationen, Flugblätter, die Diskussion im Alltag und Freundeskreis, das Werben für selbst gelebte Ziele oder viele andere Formen der Aktivität können dazu beitragen, dass die Mehrheit kritisch denkt, sich mehr Menschen ausführlicher mit skurilen Geschehnissen befassen und beginnen umzudenken, sich etwas verändert und verbessert. Wir können unseren Ärger solange vortragen, bis sich jemand dafür interessiert, bis wir soviele sind, dass sich die Politik dafür interessieren MUSS, weil sie sonst selbst Probleme bekommt. Wir können zeigen, dass dieses Zitat von Gandhi nicht immer zutrifft! Die Menschen sind die mächtigste Basis der Welt, denn ohne sie läuft nichts, keine Wahl, keine Maschine, keine Verkehrsmittel, nichts. All dem müssen sich die Menschen bewusst werden, aus den Erfolgen der Vergangenheit lernen, die man in der ganzen Welt finden kann. Wir sollten weniger meckern, mehr tun, denn aktiv werden kann so einfach sein. Niemand erwartet ein Engagement für alles, sondern jeder sollte dort etwas tun, wo er das größte Problem, die beste Möglichkeit zum Anknüpfen an seine Lebensumstände sieht. Wir müssen wissen, dass das Leben eben nicht immer nur Vergnügen, Party und „ich, ich, ich“ ist, sondern auch Arbeit. Arbeit, die positives für einen selbst, für alle erzeugen kann. Aber auch Arbeit, die Arbeit an sich selbst, der Gesellschaft, den eigenen Zielen, Idealen und Werten bedeutet, denn kaum jemand wird all seinen, selbst an andere gesetzten, Ansprüchen komplett genügen und sollte daher nicht aufhören auch sich selbst weiterzudenken, sein eigenes Bild zu reflektieren und zu schauen, was man selbst ändern kann.

Aus der Geschichte zu lernen bedeutet nämlich letztendlich nichts anderes, als Fehler zu vermeiden, Gefahren zu erkennen und sie nicht einzugehen, Risiken zu minimieren und neue Wege auszuprobieren. Je mehr Menschen dieser Linie folgen, aus der Vergangenheit lernen und in der Zukunft andere Wege beschreiten, die neue Chancen mit sich bringen, desto erfolgreicher wird sich auch die Welt mehr und mehr zum Positiven wandeln, weniger Kriege ertragen müssen und somit weniger Opfer erzeugen, die nur deshalb sterben mussten, weil die Herrscher der Welt sich für die Geschichte nicht interessieren wollten.

Hier gehts zum Zitat der Woche II – Bertolt Brecht

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2 Gedanken zu „„Die Geschichte lehrt die Menschen…“ (Mahatma Gandhi)

  1. Heute nachmittag fand auf dem Odeonsplatz eine kleine Demonstration für den Frieden in der Ukraine statt. Die Hauptrednerin ließ kein gutes Haar an Putin und den Russen, hetzte gegen Europa – „die Europäer sind alle faul und fett geworden…“ – verlangte ein sofortiges militärisches Eingreifen der NATO, und verlangte zudem von Deutschland Waffen- und Rüstungsgüter-Lieferungen. Ich bekam diese entsetzliche Rede mit, als ich grade im Aufenthaltsraum der Residenz mein Pausenbrot verspeiste, wutentbrannt ließ ich dieses fallen, riss das Fenster auf und brüllte: „Halt gefälligst den Rand, du dumme Gans! Du Kriegstreiberin! Waffen haben noch nie in der Menschheitsgeschichte einen Konflikt gelöst!“ Doch mein Protest verhallte ungehört…

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